Aufmunterungen am Wegesrand – Keep going!

Keep going! – Was heißt das in Zeiten, in denen wir aufgrund des Coronavirus angehalten sind, möglichst zu Hause zu bleiben, uns körperlich in eine Art Erstarrung zu begeben? Ich weiß nicht, wie es Euch geht: Aber ich schätze in diesen Tagen noch ganz besonders, dass wir uns, im Unterschied zu unseren europäischen Nachbarn noch einigermaßen frei bewegen können. – Noch können wir in den Wald gehen und den zauberhaften Frühling genießen. Wir sollen es nur für uns allein tun. Die Frage ist, wie lang es noch geht angesichts der Tatsache, dass einige wenige die ganzen Ratschläge in den Wind schießen.

Heute früh war ich also draußen und hab meine Jogging-Runde gedreht und es genossen, einmal so richtig meinen Kreislauf in Schwung zu bringen, wo ich doch ansonsten jeden Abend jetzt nur noch zu Hause hocke, wie alle anderen eben auch. Die körperliche Erfahrung des Gehens, das wird uns allen, die wir jetzt zur Bewegungslosigkeit verdammt sind, hoffentlich sehr bewusst, lässt uns die Welt entdecken und garantiert, dass wir uns immer weiterentwickeln. Ohne diese tatsächliche Erfahrung fehlt uns ein entscheidendes Moment. Und zuweilen auch die Motivation, uns auch innerlich zu bewegen.

Meine Entdeckungen heute, haben mir, wie so oft, ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Da war der Junge, der auf dem Feldweg Sprints trainierte, weil er wohl gerade nicht auf den Sportplatz darf. Als er mir nach einem seiner Sprints entgegenkam, grüßte er mich, die ich mich beim Joggen langsam wie eine Schnecke fortbewege und zu dem Zeitpunkt schon völlig außer Atem war, mit einer anerkennenden Handgeste und einem aufmunternden Lächeln. Später kam ich an einem Baum vorbei, an den irgendjemand ein Blatt Papier mit der roten Aufschrift „Alles wird gut!“ gepinnt hat. Das erinnerte mich an die Zeichen, die Pilger auf den Jakobswegen hinterlassen. „Keep going!“ war so eines, an das ich mich heute immer wieder gerne erinnere. Und zum Schluss, als ich an der Fußgängerampel nahe meiner Wohnung angekommen war und geduldig auf „Grün“ wartete, gab mir ein Gärtner aus seinem Pick-up ein „Daumen hoch“! Wer könnte da noch widerstehen und angesichts der Lage bierernst dreinschauen.

Meine Lernerfahrung von heute: Wir sitzen alle in einem Boot und wir machen gerade eine – wenn auch schwierige – Erfahrung. Aber unsere Werte wie Mitgefühl, Miteinander, Achtsamkeit und Nächstenliebe sind dadurch nicht außer Kraft gesetzt. Wir sind nicht im Krieg miteinander, auch wenn der Ton aufgrund der allgemeinen Gereiztheit manchmal ein wenig ruppig wird.

Jeder kann jetzt Zeichen setzen. Und dann lasst uns alle weitergehen in dem Rahmen, den die Umstände aktuell erlauben! So dass wir am Ende zurückblicken können und wir am Ende vielleicht sogar ein Stück mehr Menschlichkeit wiedergewonnen haben.

Buen Camino!

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