Ausmisten

Nachdem ich dieses Jahr vom Camino zurückgekehrt bin, habe ich mit einem Projekt begonnen, das mich gedanklich schon seit längerem beschäftigt: dem Loslassen der vielen unnützen Dinge, die meine Wohnung irgendwie besetzt halten, und das schon seit geraumer Zeit. Was sich im Lauf der Jahre angesammelt hat, ist irgendwann zur Belastung geworden. Es bedrückt mich und nimmt mir meine Beweglichkeit.

Ich habe also angefangen mit dem Ausmisten, habe selbst liebgewonnene Dinge teils verkauft, teils verschenkt. Doch das Ganze scheint sich zu einem größeren Projekt zu entwickeln. Denn nach einigen Wochen sehe ich immer noch nicht einen wirklichen Erfolg. Die Zweierreihe Bücher in den Regalen hat sich zu einer Reihe verdünnt. Aber sichtbar ist das nicht. Und auch ansonsten habe ich wohl all die Dinge so geschickt verstaut, dass sogar mir am Ende gar nicht so aufgefallen wie voll es in meinem Zuhause tatsächlich war.

Als ich mich gestern darüber bei meinem Camino-Freund Keith beschwert habe, sagte der nur: ‚Mach es wie auf dem Camino! Immer einen Schritt vor den anderen!‘ – ‚Ist doch klar!‘, dachte ich. ‚Weiß ich auch.‘ Aber dann hab ich mich kurz darauf besonnen, warum es eigentlich auf dem Camino so viel einfacher ist. Und kam zu folgendem Schluss: Auf dem Camino ist der Weg das Ziel. Natürlich will jeder nach Santiago. Aber die allermeisten Pilger, die ich getroffen habe, gehen nicht dorthin, weil sie das Grab des Apostels besuchen. Kaum einer, mit dem ich gesprochen habe, geht aus religiösen Gründen. Ich denke, die meisten gehen wegen der Begegnungen und weil sie wissen, dass die Pilgergemeinschaft sie trägt. Sie gehen wegen der Erfahrungen, die der Weg mit jedem Schritt für sie bereithält. Und sie gehen aus Freude darüber, ihresgleichen zu treffen.

Was sagt mir das für mein Ausmisten-Projekt? Nun ja, erst einmal fange ich an, mein Bewusstsein für den Vorgang des Loslassens zu schärfen. Ich kann hektisch in meiner Wohnung arbeiten und zusehen, dass sie leer wird. Oder ich kann die Dinge bewusst nochmal betrachten, vielleicht auch ein Stück weit würdigen und sie dann loslassen. Und um dem Ganzen ein wenig mehr Spass abzuringen, werde ich demnächst einen Hausflohmarkt für meine Freunde veranstalten. Dazu gibt es gut zu Essen und zu Trinken. Und selbstverständlich auch viel Zeit für Gespräche, Geschichten, Anekdoten. Ich hoffe, meine Freunde kommen zahlreich.

Danke an Keith für eine weitere Inspiration!

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1 Kommentar

  1. Hi, Katja. I have done this twice since retiring and it’s still a work in progress. Have you read Marie Kondo’s book, The Life Changing Magic of Tidying? She may go too far, but she talks about how freeing it can be to let things go and she gives you a road map to get there. Her main point is: does this item give you joy?? If not, thank it for what it did for you and let it go…

    One more thing, last year, a friend said she throws 10 things away everyday. Sometimes that’s cleaning out a junk drawer and sometimes it’s just cleaning out the refrigerator. In a few weeks, you’ll realize you’ve been through all of your closets and cabinets, then it’s time to start again and keep clearing.

    Good luck, it’s something we all need to do.
    R

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