Pilgerzeit – Zugang zum inneren Weg

Wann immer etwas Unbestimmtes – ein dumpfes Gefühl oder gar heftiger Aufruhr – sich über längere Zeit in mein Bewusstsein bohrt, gehe ich auf der Suche nach Antworten nach draußen. Manchmal gehe ich die alten, von mir inzwischen ausgetretenen Pfade, manchmal schlage ich neue Wege ein. Ich lasse mich da von meiner Intuition leiten.

Beim Gehen passt sich der Atemrhythmus automatisch meinem Schritt an, der auf solchen Wegen eher verhalten ist, ohne ins Schlendern überzugehen. Während der Atem tiefer wird, nehme ich die Gerüche deutlicher war, ich horche auf das leise Knirschen der Kieselsteine unter meinen Schuhen und bin augenblicklich im Hier und Jetzt.

Ich bücke mich nach einem Stein, der in diesem Moment meine Sorgen steht. Ich schaue mir seine Farbe, seine Zeichnung und Einschlüsse an, ich betaste seine Form, begreife in diesem Moment, welchen langen Weg dieser Stein für genau die Form gebraucht hat. Diese verdichtete Materie trägt die Information einer Ewigkeit, die mein kleines Menschenleben so gar nicht erfassen kann. Durch meine Aufmerksamkeit, so scheint es mir, kann ich an seiner Weisheit teilnehmen. Meistens halte ich den Stein, unbewusst, in der linken Hand. Ich habe so einen direkteren Zugang zu meiner Intuition.

Während ich gehe, bleibe ich ganz in meiner Wahrnehmung und erhalte dabei fast immer Botschaften der Natur, die meine Situation widerspiegeln.

 

Herzwunde                           bezwungen

 

Meine Fragen ans Leben und das Dasein formulieren sich durch den äußeren Bezug ganz von allein. Die richtigen Fragen. Ich setze mich für eine Weile und bin ganz Ohr. Meistens bekomme ich klare Antworten. Solche, bei denen ich weiß: Genau das ist es. Nicht immer bin ich gleich bereit, die Antworten zu akzeptieren. Manchmal brauche ich eine Weile, bis ich sie verdaut habe. Manchmal habe ich Angst, ich würde zuviel aufgeben oder gar etwas verlieren, wenn ich auf meine Intuition höre.

Doch wenn dieselbe Antwort sich beharrlich immer wieder formt, dann öffne auch ich mich für den unbequemen Weg. Es erfordert ein klares „Ja“, einen schwierigen Weg einzuschlagen. Die Antworten, die ich auf diese Weise draußen bekomme, haben mich noch nie in die Irre geführt.

 

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